Wir stellen vor: Lukas Schär

joel beitrag


Der Familienmensch

Für Lukas Schär ist das Sport- und Fitnesscenter Leuholz in Wangen weit mehr als sein Arbeitsplatz. Es ist sein zweites Zuhause. Seit  bald 23 Jahren betreiben es seine Eltern Andrea und Stefan Schär. „Ich bin hier aufgewachsen“, sagt der 24-Jährige. Er sei seit jeher fast jeden Tag da, habe deshalb auch sehr früh angefangen, Tennis zu spielen. „Am Anfang, mit drei oder vier Jahren, wars zwar eher ein Bällele“, sagt er und lacht.

Später wenn seine Schulkameraden über Mittag nach Hause gingen, fuhr Lukas mit dem Velo ins Leuholz, ass da Zmittag, erledigte seine Hausaufgaben, radelte wieder zur Schule und zurück ins Sport- und Fitnesscenter fürs Tennistraining. Gerade weil er so einen engen Bezug zum Leuholz habe, „ist es umso schöner, heute auch da arbeiten zu können.“

Lukas ist in beiden Bereichen, im Sport- und im Fitnesscenter, engagiert. Seit Anfang dieses Jahres arbeitet er in einem Teilzeitpensum als Coach für die Tennisschule von Jean-Claude Scherrer. Er liebt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf dem Platz, das für ihn mehr Spiel und Spass als harte Arbeit ist, wenn auch der Fortschritt immer eine wichtige Rolle spielt. „Kinder sind so einfach zu begeistern, sie schätzen, was man mit ihnen macht, das Strahlen in ihren Augen während der Trainings und das Grinsen in ihren Gesichtern geben mir so viel“, sagt er.

Als Fitnessinstruktor hilft er vorwiegend Erwachsenen ihre Ziele zu erreichen: mehr Fitness zu erlangen, Gewicht zu reduzieren oder nach einer Verletzung die Muskeln wieder aufzubauen. Auch das gefällt ihm. „So habe ich beides, die Arbeit mit Kindern und jene mit Erwachsenen. Die Abwechslung, der Mix, das passt mir.“  Im Fitnesscenter ist er, der auch noch zuhause wohnt, direkt seinen Eltern unterstellt. Ist ihm diese Nähe nie zu viel? Nein.

„Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern“, sagt er. Das enge Familienband umschliesst auch seine Geschwister Raffael, 17, und Rebecca, 21. Auch ihnen steht Lukas sehr nah, wenn sie auch mehrere Hundert und gar mehrere Tausend Kilometer entfernt leben. Raffael trainiert in Nizza intensiv in der Tennis-Academy von Patrick Mouratoglou, der seit 2012 Coach von Serena Williams ist. Rebecca hat ihren Lebensmittelpunkt nach Miami verschoben. „Das war am Anfang schon schwierig“, sagt Lukas. Aber jetzt sehe er, wie sehr ihr das Leben in den USA gefalle und freue sich darüber. Wiedersehen mit ihr sind rar geworden, aber innig geblieben. Als Rebecca bei ihrem letzten Besuch vom Flughafen direkt ins Leuholz kam, stürmten Lukas und sie über den langen Gang im Restaurant aufeinander zu, umarmten sich und liessen sich minutenlang nicht mehr los.

Auch die Passion zum Tennis liess Lukas nie los. Das Bällele vom Anfang entwickelte sich zu gutem Tennisspiel. Lukas trainierte fleissig in der Tennisschule von Roy Sjögren, die damals im Leuholz eingemietet war. „Mir gefällt die Vielfalt im Tennis, die Kreativität im Spiel, das Gefühl, den Ball richtig zu treffen, aber auch die Kopfarbeit, all die Entscheide, die man während einem Ballwechsel innert kürzester Zeit fällen muss“, sagt Lukas. Seine Leistungen seien nie herausragend gewesen, wie etwa bei der Schwester, die mit 10 oder 11 bereits zu den Top 2 ihres Jahrgangs und bald dem Nationalkader angehörte, dem Druck aber nicht standhielt und aufhörte. „Aber auch ich war in meinem Jahrgang immer bei den Leuten“, sagt er. Fürs Tennis verliess er mit 14 auch das warme Nest der Familie und zog für ein  Jahr nach Nizza, an eine Tennisschule. Damals war noch nicht Mouratoglou an der Academy, „alles war viel weniger modern als es heute ist“, sagt Lukas. Rückblickend sei es eine tolle Erfahrung gewesen, dieses Zwischenjahr in Frankreich. Aber damals plagte ihn das Heimweh. Die Stunden alleine im Zimmer seien nicht immer einfach gewesen, lesen habe ihm jedoch geholfen, sich abzulenken.

Verletzungen bremsten ihn, zuerst die rechte Schulter und dann, gravierender, ein Überbein im Knie mit 18 Jahren. Aufgrund dessen begrub er damals seine Ambitionen. Eine Operation wäre nötig geworden, die nicht zwingend Erfolg versprach, Lukas entschied sich für die nicht invasive Alternative: schonen und Therapie. Sie brachte Linderung, liess richtig intensives Tennisspielen über mehrere Tage aber nicht mehr zu. „Manchmal“, sagt er, manchmal frage er sich schon, ob er damals den richtigen Entscheid getroffen habe. „Oder ob ich mich nicht doch der Operation hätte unterziehen lassen sollen, um weiter Tennis spielen zu können.“ Seit er als Coach unterrichtet, spürt er, wie stark seine Liebe zum Tennis noch immer ist. Es jucke ihn wieder, selber Turniere zu bestreiten. Im Sommer nahm er deshalb aus Spass im Doppel mit seinem Bruder an einem Turnier im Leuholz teil.

Kaufmännisch ausgebildet, absolviert er nun bei Swiss Tennis den Lehrgang zum Wettkamptrainer C und möchte gerne die Ausbildung zum Ernährungsberater machen. Könnte er sich vorstellen, dereinst das Sport- und Fitnesscenter zu übernehmen? „Soweit schaue ich noch nicht, ich mache lieber eins ums andere“, sagt er, der oft in Stress gerät, weil er Zeitmanagement nicht als seine Stärke ansieht.

In der Freizeit trifft er sich gerne mit Freunden. Dann wird aus dem ruhigen, zurückhaltenden, jungen Mann gerne einmal das „Alpechalb“, der Laute, der gerne Sprüche klopft, wie er sagt. Er koche auch sehr gerne. Zaubert er ein Weihnachtsmenü? „Eher nicht, für die Familie kocht meistens s Mami.“ In der Weihnachtszeit wird der Tisch im Hause Schär wieder voller:  Die Familie ist dann wieder vereint, fürs Jahresende kommen auch Rebecca und Raffael nach Hause. Dann werden sie sich wieder umarmen und minutenlang nicht mehr loslassen.

Lieblingszitat:

Lieber etwas riskieren, als ewig zu bereuen, sich nicht getraut zu haben.

Entweder – Oder?  mit Lukas Schär

Fleisch oder Gemüse?

Damit beschäftige ich mich gerade: Seit ich die Dokumentation „Game Changers“ auf Netflix gesehen habe, versuche ich, mich möglichst vegan zu ernähren. Aber das ist nur ein Versuch, auf Dauer werde ich wohl einfach viel weniger Fleisch essen. Ich esse halt doch sehr gerne Fleisch.

Nizza oder Miami?

Miami. Aber Nizza ist auch sehr schön.

Fitnessstudio oder Outdoor?

Fitnessstudio.

Fitnessinstruktor oder Tenniscoach?

Der Mix macht es für mich aus. Als Fitnessinstruktor habe ich mehr mit Erwachsenen zu tun, als Tenniscoach vorwiegend mit Kindern und Jugendlichen. Wenn ich mich aber entscheiden muss, dann Tenniscoach. Kinder geben einem irgendwie mehr.

Federer oder Wawrinka?

Federer.

Nadal oder Djokovic?

Neben dem Platz wirkt Nadal sympathischer auf mich, mir gefällt seine Einstellung. Auf dem Platz überzeugt mich Djokovic mehr, von der Technik und seinem Spielstil her.

Aufschlag oder Return?

Aufschlag.

Top Spin oder Slice?

Top Spin.

Sand oder Hartplatz?

Sand.


Wir picken jeden Monat einen Mitarbeiter aus unserem Team und stellen ihn euch vor. So erfahrt ihr, was eure Coaches auch neben dem Platz bewegt!

Bereits erschienen:

Maria Hepp - Die Wundertüte

Maria Hepp - Die Wundertüte

Erschienen im Januar 2020

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Lukas Schär - Der Familienmensch

Lukas Schär - Der Familienmensch

Erschienen im Dezember 2019

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Jakob Stockinger - Der Besonnene

Jakob Stockinger - Der Besonnene

Erschienen im Oktober 2019

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Joel Heiniger - Der Weltenbummler

Joel Heiniger - Der Weltenbummler

Erschienen im September 2019

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Christa Donabauer - Die Allrounderin

Christa Donabauer - Die Allrounderin

Erschienen im August 2019

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Ivan Peckaj - Der Unermüdliche

Ivan Peckaj - Der Unermüdliche

Erschienen im Juli 2019

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Unsere Tarife inkl. Platzmiete, Material und Coach für 60min:
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    Winter

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    Sommer

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    Für Clubmitglieder

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